KANAAN, Verena

ACH DU LIEBE ANNA

Annas Arbeitsmoral entpuppt sich im Laufe dieses Wiener Genre-Krimis als äußerst dürftig. Der Hausherrin gibt sie Valium in den Kaffee, um sie ruhig zu stellen, die Katze der Gnädigen wusste sie aus dem Weg zu räumen, um das eigene Tätigkeitsfeld nicht unnötig erweitert zu sehen. Von Sauberkeit hält Anna wenig, doch verfügt sie über ein untrügliches Gerechtigkeitsempfinden, das sie eine Affäre der Gnädigen an deren Ehemann hat verraten lassen. Anna ist ein Original, wie der Liebhaber der Herrin, ein Regisseur, zu behaupten pflegte, die Gnädige eine eitle und sensible Künstlerin, für die Annas rüde, unempfindliche Art eine passende Ergänzung scheint. Dass es längst Anna ist, die die Entscheidungen im Haus trifft, nimmt sie nicht wahr. Dann lässt Anna eines Morgens aus Ungeschicklichkeit oder Gleichgültigkeit eine Valium zu viel in den Kaffee fallen.

1 D    0 H

Sprechtheater - Schauspiel

Dekorationen: 1

Werkangaben: MONOLOG