BERGER, Herbert

EIN ERFOLGREICHER MÖRDER

Wenn das Morden so leicht wäre, wie Fingerschnippen und ohne Risiko, entdeckt zu werden, ohne Konfrontation mit dem Opfer, wer könnte dann der Versuchung widerstehen, sich zum Herren über Leben und Tod aufzuschwingen? An diese innerste Struktur menschlichen Auseinanderlebens rührt Neustädter, wenn er Irene Swetla seine Dienste als erfolgreicher Mörder anbietet. Er sei, so behauptet er, in der Lage, mit Hilfe magischer Kräfte zu töten. Selbstverständlich gegen entsprechendes Erfolgshonorar. Irene leidet darunter, dass sie und ihr Mann von dessen eigensinniger Mutter tyrannisiert werden. Sie leidet auch darunter, dass die alte Swetla darauf besteht, bei der Expansion des Familienkonzerns über die Leichen der besten Freunde zu gehen. Funktioniert die Gesellschaft nicht sowieso nach Neustädters Prinzipien? Irene bedient sich des Magiers, aber nachdem dieser seinen Auftrag erledigt hat, stellt sich heraus, dass er sich in Irene verliebt hat. Er entwickelt für sie und natürlich für den Familienkonzern Allmachtsträume, die sich verwirklichen ließen, wenn auch Irenes Mann beseitigt würde. In die Enge getrieben, erschießt Irene Neustädter und landet in einer Nervenheilanstalt. Niemand glaubt ihr die Geschichte vom "erfolgreichen Mörder". Als sich ihr Mann scheiden lässt, legt Irene sein Schicksal in die Hände ihrer Anstaltsgenossin Karoline. Auch sie beherrscht Neustädters Kunst, hat sie sogar noch verfeinert.

4 D    7 H

Sprechtheater - Schauspiel