ARTMANN, H.C. / HOLBERG, Ludvig

HENRIK UND PERNILLA

Henrik wird von seinem Herrn Leander in die Stadt geschickt, um alles für die Hochzeit mit Lenora vorzubereiten. Geblendet vom Luxus schlüpft der hochstaplerische Diener in Leanders Kleider, um zu fühlen, wie es ist, wenn man Wohlgeboren heißt. Arff, der Hausknecht soll gegen ein Schweigegeld als Leibjäger agieren.

Auch Pernilla, die ehrgeizige Zofe von Leanders Braut Lenora, nützt die Abwesenheit ihres Fräuleins und „borgt“ sich heimlich deren Garderobe und Namen.

Mit Hilfe der Kupplerin Magelona angelt sich die ehrgeizige Dienerin den „reichen Leander“, der die „edle Lenora“ so schnell wie möglich heiraten möchte. Bei ihrer Brautwerbung überbieten die verkleideten Domestiken einander mit vornehmen Floskeln und Liebesbekundungen. Henrik schenkt seiner Angebeten als Treuepfand den Ring seines Herren, Pernilla überreicht ihrem Verlobten das Medaillon ihres Fräuleins. Diese Requisiten der Liebe lösen natürlich bei der Ankunft der ahnungslosen Herrschaften Verwirrung und Chaos aus. Henrik erzählt seinem Herrn von der baldigen Heirat mit „Leonora“ und zeigt ihm zum Beweis das Medaillon, Pernilla schwärmt vor ihrem Fräulein von ihrem Bräutigam „Leander“ und protzt mit dem edlen Ring.

Leander und Lenora bezichtigen einander der Untreue und lösen in Zorn und Verbitterung ihr Eheversprechen. Aus Rache bestehen die „betrogenen Herrschaften“ nun auf die Hochzeiten ihrer größenwahnsinnigen Domestiken. Am Höhepunkt der Konfusion erscheint Leanders Freund Leonardo, der Leanders Alibi bestätigt und somit den Knoten entwirrt. Unter Gezeter und Gelächter decken Henrik und Pernilla ihre wahre Herkunft auf. Zähneknirschend müssen sie erkennen, das sie als Ehepaar wieder in ihr eigenes Milieu zurück gestolpert sind. Leander und Lenora geben einander nun auch ihr Jawort und das Verlobungschaos löst sich in einer Doppelhochzeit auf...

3 D    5 H

Sprechtheater - Schauspiel

Bearbeiter: Artmann, H.C.