ARTMANN, H.C. / HOLBERG, Ludvig

JEPPE VOM BERG

Der Bauer Jeppe ist ein unverbesserlicher Säufer, den seine Frau Nille mit dem Küster betrügt und täglich mit der Hundepeitsche traktiert. Nach einer durch-zechten Nacht wird Jeppe vom Baron Nilus und dessen Kammerdiener vom Misthaufen aufgelesen und direkt auf das Schloss geschleift. Dort stecken ihn die Herren zu ihrem Vergnügen in noble Kleider und reden ihm beim Erwachen ein, er sei der Baron selbst und hätte sein bisher armseliges Leben nur geträumt.

Nach anfänglichen Zweifeln fügt sich der verdutzte Jeppe in sein “Schicksal” und lernt die Methoden der Herrschenden schneller anzuwenden, als den feinen Herren lieb ist. Er fügt sich eifrig in seine neue Rolle als Gebieter und tritt mit Freuden auf jene, die einst ihn getreten haben.

Als er ihnen- „seinen Dienern“ schließlich ernsthaft an den Kragen will, lassen sie ihn nach seinem nächsten Rausch wieder auf dem Misthaufen erwachen.

Wieder in sein armseliges Dasein zurückgestoßen, macht man ihm den Prozeß, hängt ihn spaßeshalber an den Galgen und lässt ihn durch einen Trick glauben, erhängt worden zu sein.  Beim „Erwachen“ meint Jeppe, als Geist auf Erden zu spuken und verlangt - zum Leben verurteilt - nach seinem Branntwein.

2 D    8 H

Sprechtheater - Schauspiel

Bearbeiter: Artmann, H.C. / Wochinz, H.