ARTMANN, H.C.

KEIN PFEFFER FÜR CZERMAK

Ein Votivsäulchen für das goldene Wienerherz

Artmann führt uns an die Peripherie, in eine Greißlerei in Heiligenstadt. Hier regiert Herr Gschweidl, ein Prototyp der Hinterfotzigkeit, ein Herrgott hinter der Budel, der seine kleine Macht groß ausspielt: gegen sein Mündel Carolin, die er drangsaliert, denn er will ja, "dass einmal was wird aus ihr", gegen seine Kunden, denen er grundsätzlich nichts verkauft, schon gar nicht dem Czermak, dem böhmischen Haderlumpen, auch wenn's nur ein Packerl Pfeffer ist. Nur sein Mündel verscherbelt er ohne große Sentimentalität an die nächstbeste Koberin. Artmann kratzt mit scharfem Witz an der glänzenden Oberfläche des goldenen Wienerherzens, und alsbald kommt darunter wertloses Blech zum Vorschein.

7 D    4 H

Sprechtheater - Schauspiel

Uraufführung: 1977 Theater im Keller, Graz

Dekorationen: 1