BAUER, Wolfgang

CAFE TAMAGOTCHI

Das Cafe Tamagotchi hat seltsame Gäste. Frau Leer ist tatsächlich ohne jeden Inhalt, Herr Niemand ist wie er heißt, Herr Blackhole könnte in sein eigenes schwarzes Loch fallen. Offenbar sind sie und die anderen Gäste vom Menschen erfunden, vielleicht Maschinen, vielleicht aber auch nur Kopf und Gedanken, aus sich selbst existierend, über sich selbst redend und nur deshalb vorhanden. Alles hat die Idee des japanischen Tamagotchi, alles ist Ei-förmig, ohne Anfang, ohne Ende, von sich ausgehend, in sich zurückkehrend.

Blackhole: „Die Menschen denken, schuften, überlegen, kämpfen, ändern, morden, etc., etc..... bis sie nach langem Schnaufen ihr Schicksal beisammen haben.... Ihr Schicksal! Bis sie das zusammengebastelt haben, was schon längst ist....“ Die Kreaturen der Menschen haben sich längst über diese erhoben und spielen ihr eigenes Spiel, immer wieder und immer wieder – im Cafe Tamagotchi.

Bauer spielt selbst, trickst seine gambler aus, läßt sie im zweiten Teil wieder zu „normalen“ Besuchern eines „normalen“ Kaffeehauses werden, immer wieder aber fährt ein Erinnerungsblitz durch den einen oder anderen und am Ende sitzen sie wieder als ihre eigene Kunstfigur im Cafe Tamagotchi und lassen ihre Batterien von einem Tamagotchi-Über-Ich wieder füllen.

1 D    6 H

Sprechtheater - Schauspiel