LANGER, Frantisek

DAS KAMEL GEHT DURCH DAS NADELÖHR

Die resolute und lebenskluge Frau Peschta hat in der harten Schule des Lebens viel gelernt, auch die biblische Skepsis mit dem Kamel, bevor es durch das Nadelöhr kriecht: „…aber dass es leichter geht, als ein Reicher in den Himmel kommt. Und dass ein Reicher ein armes Mädel heiratet, gebe ich aus eigener Erfahrung dazu“.
Die Frucht dieser Jugenderkenntnis ist mittlerweile zu einem hübschen und nicht minder resoluten Mädchen herangewachsen. Und – das Schicksal liebt die Wiederholung – lernt trotz aller Beschützungsversuche der Mutter justament einen Millionärssohn kennen und lieben.
Doch zur allgemeinen Überraschung entwickelt sich ebenso justament in diesem Fall die altbekannte Geschichte ganz anders. Denn Susi weigert sich, bloß Gespielin für ihren herzigen Alan zu sein; und der erfährt zum ersten Mal in seinem allzu behüteten Leben, was es heißt, Verantwortung übernehmen zu müssen. Aber von der Einsicht, dass nicht immer alles so weitergehen muss wie bisher, bis zum Happy End für die jungen Leute und ihre jeweils sehr standesbewussten Elternteile ist es ein weiter Weg. Frantisek Langers humorvolle Menschenkenntnis macht das, in einer der Frau Peschta abgeschauten augenzwinkernden Lebensklugheit, zum Lustspiel.

4 D    6 H

Sprechtheater - Schauspiel

Bearbeiter: Kruntorad, Paul und Putti

Uraufführung: 14.04.1923 SVANDA THEATER PRAG-SMICHOV

Dekorationen: 3

Werkangaben: LUSTSPIEL IN DREI AKTEN