CERHA, Friedrich / TURRINI, Peter

DER RIESE VOM STEINFELD

1. Akt: In seiner Heimat Steinfeld wird der Riese wegen seiner Größe verspottet und für alles Unglück im Dorf verantwortlich gemacht. Der Klammerschneider will ihn in der Welt zur Attraktion machen. Der Riese verabschiedet sich von seiner Mutter und verspricht ihr, Geld zu schicken, damit sie eine große Wiese kaufen könne. In Ried führt der Klammerschneider den Riesen als mädchenverschlingendes Ungeheuer vor, doch anstatt gefährlich zu brüllen, bricht der Riese in Schluchzen aus. Die kleine Frau, die ihn liebt, tröstet ihn. In der Prager Judenstadt hebt der Riese Kinder auf seine Schultern, wodurch sich ihnen ein Blick in die Zukunft offenbart. Als auch der Rabbi einen Blick in die Zukunft wagt, sieht er Wien, Berlin und Prag judenleer. In Berlin wird der Riese Kaiser Wilhelm II vorgeführt, der mit ihm riesige Soldaten züchten will. In London wird der Riese Königin Viktoria präsentiert, die von sich behauptet, die „größte Frau der Welt“ zu sein. Doch für den Riesen ist seine Mutter die größte Frau der Welt. Er würgt die Königin, sie schenkt ihm eine goldene Uhr. 2.Akt: Der Riese tritt in einem Pariser Varièté auf. Er sehnt sich nach einer Frau. In Oberbayern überläßt der Klammerschneider den Riesen einem Zirkusdirektor. Im Zirkus trifft der Riese auf die kleine Frau. Als der Zirkusdirektor deren Liebe als „perverse“ Sensation ausstellt, schlägt der Riese wild um sich und läuft davon. Er kehrt zu seiner Mutter zurück. Sie beläßt ihn in dem Glauben, daß die Wiese ihm gehöre. Der Klammerschneider hatte niemals Geld geschickt. Der Riese stirbt. Weil er nicht in den Sarg paßt, schneiden ihm die Totengräber die Beine ab. Die kleine Frau betrauert ihren Geliebten. Am Dorfplatz von Steinfeld wird der Riese als Puppe in Originalgröße enthüllt. Auf der großen Wiese beginnen Arbeiter damit, Schienen zu verlegen.    

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Musiktheater - Oper

Komponist: Cerha, Friedrich

Dekorationen: 1

Werkangaben: Oper in zwei Akten