BOESER, Knut

DIE FREUNDE DER FREUNDE

Was passiert, wenn die Amerikaner von den Mexikanern Öl kaufen wollen, die verlangten Preise aber für das Öl viel zu hoch sind?
Der amerikanische Geheimdienst engagiert einen jungen Burschen von der Mafia, der folgendes Geschäft organisiert: mexikanische Guerilleros liefern ihm Heroin, das er teuer in New York verkauft. Mit dem verdienten Geld werden moderne Waffen gekauft. Die mexikanischen Guerilleros werden aufgerüstet und der mexikanischen Regierung gefährlich. Die mexikanische Regierung, jetzt unter Druck, akzeptiert die Preisvorstellung der Amerikaner. Die mexikanischen Guerilleros werden überwältigt und entwaffnet. Der junge, tüchtige Mafioso wird verhaftet und die Welt ist wieder in Ordnung.
Das ist starker Tobak – aber dennoch vor ein paar Jahren so passiert. DIE FREUNDE DER FREUNDE, so nennen sich die Mafiosi untereinander, ist eine Komödie, die dem Irrwitz der Realität auf die Spur kommen will- denn was tagtäglich so tatsächlich passiert, ist allemal grotesker als jede Fantasie. Das Vergnügen an dem Stück verdoppelt sich, weil das Personal aus Shakespeares Komödie VIEL LÄRM UM NICHTS auftritt. Dieselbe Grundsituation zunächst wie bei Shakespeare, die sich allerdings schnell verändert – denn die Zeiten haben sich verändert seit damals, und folglich geht die Intrige heute anders aus als im alten Stück. Und auch die Liebeshändel, obgleich sie noch immer die Seelen der Beteiligten in Aufruhr versetzen, sind von neuer Art und ganz unsentimental. Am Ende gibt es ein happy-end. Die Ganoven sind erfolgreich und glücklich, verheiratet sind sie auch, denn eines sind sie auf alle Fälle: moralisch, auch, wenn auch das wieder komisch ist. Jedenfalls, das kann man sehen: leben kann man so sehr gut, wenn man das Spiel überlebt.

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Sprechtheater - Schauspiel, Komödie