HORVATH, Ödön von / WEILAND, Stephan

JUGEND OHNE GOTT

Der Roman "Jugend ohne Gott" erschien 1937 in einem Exil-Verlag in Amsterdam, wurde unmittelbar danach in mehrere Sprachen übersetzt und machte Horváth in kurzer Zeit international bekannt: Ein junger idealistischer Lehrer erhält einen bedenklichen Beweis für die faschistische Gesinnung seiner Klasse, als die ihm ihr Mißtrauen ausspricht, weil er gegen Rassentrennung und für die Gleichheit aller Menschen eintritt. Simplifizierend übernimmt diese "Jugend ohne Gott" die Ideologie der Erwachsenen. Vollends zeigt sich die politische Dämonisierung in einem sogenannten Osterlager: Der Lehrer bemüht sich, einen Diebstahl aufzuklären und wird aus Feigheit in die Vorurteile und ihre verhängnisvollen Konsequenzen mit hineingezogen. Die Zwistigkeiten der Jugendlichen untereinander kulminieren schließlich in einem Mord ... Fast ein Krimi, bis hin zum Mord an einem Schüler und der überraschenden Wendung im Schauprozeß. Schließlich mehr als ein Krimi, denn es wird weit mehr gezeigt, als nur ein einzelnes Verbrechen. Horváth zeigt die Krankheit einer Generation: den kalten, anteilnahmslosen Blick der Jungen im Deutschland der 30er Jahre.

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Sprechtheater - Schauspiel

Bearbeiter: dramatisiert von Stephan Weiland