Komödienklassiker – basierend auf dem Theaterstück von Melchior Lengyel und der kongenialen Filmversion von Ernst Lubitsch („Sein oder Nichtsein“)
„Die Seele schwingt sich in die Höh Der Leib bleibt auf dem Kanapee.“
Polen, im Sommer 1939. Die Stadt Posen, nur wenige Kilometer entfernt von der Grenze zu Deutschland – zum Terror der Nazis und dem drohenden Einmarsch der deutschen Wehrmacht: Im Posener Stadttheater proben die Schauspieler die Satire Gestapo, mit der sie Hitler und seine Gefolgsleute verspotten. Das Warschauer Außenministerium will jegliche Provokation des mächtigen Nachbarn vermeiden und verbietet das Stück. Die Proben zu Gestapo werden eingestellt, Hamlet muss „einspringen“.
Shakespeares Klassiker gibt dem eitlen Provinzmimen und Star des Theaters Josef Tura die Gelegenheit, täglich als junger Dänenprinz zu glänzen. Er ahnt aber nicht, dass der Herr im Publikum, der bei seinem Monolog Sein oder Nichtsein jedes Mal, am Höhepunkt seiner grandiosen Darbietung den Zuschauerraum verlässt, eine Affäre mit seiner Frau Maria hat. Es ist der Fliegerleutnant Stasnik, der sich mit der Diva des Hauses ein genau getimtes Stelldichein hinter den Kulissen gönnt.
Mit dem Einmarsch der Wehrmacht ist keine Zeit mehr für Schäferstündchen, Eifersucht und Eitelkeiten. Jetzt geht es buchstäblich um Sein oder Nichtsein. Das Theaterensemble wächst über sich hinaus. Ein polnischer Agent, der den Nazis eine Liste mit den Namen sämtlicher Widerstandskämpfer der Region übergeben will, muss unschädlich gemacht werden. Auf einmal sind die Bühnenkostüme des verbotenen Stücks Gold wert: Verkleidet als SS-Leute arrangieren die Schauspieler ein fingiertes Gestapo-Hauptquartier, in dem es ihnen gelingt, die gefährlichen Papiere an sich zu bringen.
Natürlich wollen die ehrgeizigen Mimen in den Nazi-Rollen glänzen und wachsen über sich hinaus. Aber gerade die verführerische Lust, sich gegenseitig an die Wand zu spielen, schafft neue gefährliche Verwicklungen: Argwohn gegen einen Nebenbuhler, Schüsse auf der Bühne, die doppelte Demaskierung des Helden. Da bedarf es schon eines starken Effekts, um sich aus einer solchen Bredouille zu befreien: Der Führer höchstpersönlich muss auf die Bühne. Wieder hofft ein Provinz-Akteur auf seinen Durchbruch und gibt als verkleideter Hitler den Befehl zum happy-end !
„Bei seiner Veröffentlichung wurde das Stück noch heftig diskutiert, heute gilt es als brillanter Komödienklassiker.“
ORF.at, 15. April 2016
„Sie sind selten im deutschsprachigen Theater - Stücke, die mit boulevardesker Leichtigkeit ernsthafte Probleme transportieren.“
Vorarlberger Nachrichten, 20. Juni 2000
„'Noch ist Polen nicht verloren' heißt es … in Jürgen Hofmanns raffiniert gebautem Anti-Nazi-Stück … Der geniale Plot funktioniert auch auf der Bühne.“
Uschi Loigge, Kleine Zeitung, 1. März 2003
„Eine furiose Zeitsatire“
Lona Chernel, Wiener Zeitung, 25. April 2003
„eine spannende Fabel, Situationskomik und pointenreiche Dialoge … Aus dem grandiosen Film wurde ein vorzügliches Theaterstück“
Gisela Begrich, Volksstimme, 04. Februar 2013