Ein Mann, eine Waage und zehn Kilo zu viel: Was als komischer Kampf gegen die Pfunde beginnt, wird zur schonungslosen Abrechnung mit einem ganzen Leben.
Nanni kommt von einer zehntägigen Geschäftsreise nach Hause und stellt sich erwartungsvoll auf seine elektronische Waage. Das Ergebnis ist niederschmetternd: über zehn Kilo mehr. Für Nanni kann das unmöglich stimmen. Schließlich hat er Sport getrieben, ist zu Fuß gegangen, hat sich angeblich maßvoll ernährt – und überhaupt sitzt seine Kleidung nur deshalb so eng, weil sie eingelaufen ist.
Aus dem Streit mit der sprechenden Waage entwickelt sich nach und nach die Lebensbeichte eines Mannes, der sich selbst meisterhaft belügt. Nanni erzählt von seiner übermächtigen Mutter, die Liebe vor allem durch Essen ausdrückte, von seiner Kindheit und schließlich von Barbara, seiner großen Liebe. Erst allmählich wird deutlich, wie wenig von dem glücklichen und erfolgreichen Leben übrig ist, das Nanni anfangs beschwört.
Barbara hat ihn verlassen und lebt mit einem anderen Mann. Besonders verzweifelt ist Nanni darüber, dass sie ihm die gemeinsame Tochter Valeria entzieht und sogar behauptet, er sei möglicherweise gar nicht ihr Vater. Nannis Selbstbild zerbricht: Auch die angebliche Geliebte Fiammetta ist eine Erfindung, beruflich droht er zu scheitern, Freunde hat er kaum noch.
Am Ende gesteht er der Waage endlich die Wahrheit: Auf der Reise hat er aus Einsamkeit und Verzweiflung gegessen und getrunken. Die zehn Kilo Gewichtszunahme sind real. Und plötzlich will er gar nicht mehr abnehmen. Essen ist die letzte Freude, die ihm geblieben ist. Er bestellt ein üppiges Menü und beschließt, immer weiter zuzunehmen – bis er so dick ist wie seine geliebte Mutter. Was als turbulenter Kampf gegen ein paar Kilos beginnt, endet als ebenso komisches wie beklemmendes Porträt eines zutiefst einsamen Menschen.