Diskretion Ehrensache

Erni Friedmann

Eine späte Liebe wird zur Falle.
Seit dem Tod ihres Mannes Konrad fühlt sich die etwa fünfzigjährige Julia Danninger trotz ihrer erwachsenen Kinder zunehmend einsam. Ihre Wirtschafterin Berta will ihr Glück ein wenig nachhelfen und gibt heimlich eine Heiratsannonce auf. So gerät Julia an Max Jablonsky. Was sie nicht weiß: Max betreibt gemeinsam mit Rosi das Heiratsvermittlungsbüro „Elysium“ und hat sich darauf spezialisiert, wohlhabende, alleinstehende Frauen zu umwerben und finanziell auszunehmen. Julia verliebt sich in ihn, vertraut ihm vollkommen und überlässt ihm schließlich Geld und Wertpapiere.

Als Julia erfährt, dass schon ihre erste Begegnung mit Max kein Zufall war, sondern durch Bertas Anzeige zustande kam, zerbricht ihre letzte Hoffnung auf eine echte Liebe. Max macht aus seinem Geschäft keinen Hehl und begegnet ihrer Verzweiflung mit Zynismus. Julia nimmt sich das Leben. Ihre jüngste Tochter Gabi recherchiert und entdeckt, dass ihre Mutter keineswegs das einzige Opfer des gewissenlosen Heiratsschwindlers war. Sie stellt Max zur Rede und will ihn erschießen, doch Pater Carelli hat vorsorglich die Patronen aus ihrer Waffe entfernt. Kurz darauf wird Max beim Überqueren der Straße von einem Auto überfahren. Pater Carellis Schlussfolgerung reicht jedoch über den einzelnen Täter hinaus: Solange Menschen so einsam sind, werden andere ihre Sehnsucht ausnutzen können.