Der Abend der Lady Macbeth

Frei nach dem Einakter „Schwanengesang“ (Калхас) von Anton P. Tschechow

Tania Balachova / Anton Tschechow

Fünfzig Jahre Theater, eine verlorene Liebe und die Angst vor dem Ende.
Nach ihrem Galaabend zum 50-jährigen Bühnenjubiläum und ihrem letzten Auftritt als Lady Macbeth schläft die 68-jährige Schauspielerin Teresa betrunken in ihrer Garderobe ein und wird im leeren Theater vergessen. Allein auf der dunklen Bühne beginnt sie, über Alter, Tod, Einsamkeit und ein Leben nachzudenken, das vollständig dem Theater gehört hat.

Als der alte Souffleur Peter auftaucht, erzählt Teresa von ihrer großen Liebe, die sie einst verlor, weil sie sich nicht vom Theater trennen konnte. Nach dem Scheitern dieser Beziehung verlor sie auch den Glauben an ihre Kunst und flüchtete sich zunehmend in Alkohol. Peter versucht sie zu trösten, und gemeinsam spielen sie noch einmal Szenen aus ihrem früheren Repertoire. Dabei verwandelt sich Teresas Verzweiflung allmählich wieder in Spiellust. Alter, Einsamkeit und Todesangst treten für einen Augenblick zurück: Auf der leeren Bühne finden die beiden alten Theatermenschen noch einmal zu jener Leidenschaft zurück, die ihr Leben bestimmt hat.
1D 1H
1 Dek.
Einakter, Schauspiel
UA: 1968, Théâtre Mouffetard, Paris; Regie: Tania Balachova