Mütter

Carlo Terron

Wenn Mutterliebe zum Besitzanspruch wird.
Clotilde und Maura, zwei wohlhabende Mailänderinnen, haben ihr Leben ganz ihren siebzehnjährigen Söhnen Massimiliano und Guido gewidmet. Ein zunächst harmloses Gespräch entwickelt sich rasch zu einem Wettstreit darüber, welcher der beiden jungen Männer schöner, kräftiger und vollkommener ist. Zugleich sehen die Frauen ihre Söhne überall von Gefahren bedroht: von Schule und Kirche, Motorrädern und Segelbooten – vor allem aber von anderen Frauen.

Als ihnen bewusst wird, dass die Jungen erwachsen werden und sich ihrer Kontrolle entziehen, fassen die Mütter einen grotesken Plan: Jede soll den Sohn der anderen in die Sexualität einführen und ihn dadurch vor „vulgären“ Erfahrungen bewahren. Wenige Tage später erklärt das Dienstmädchen Tina, seit drei Monaten schwanger zu sein. Wer der Vater ist, weiß sie nicht – sie war stets mit beiden Söhnen zusammen. Die vermeintliche Aufopferung der Mütter erweist sich als vollkommen sinnlos.
2D
1 Dek.
Schauspiel
UA: 11.01.1963, Teatro Sant’Erasmo, Mailand; Regie: Edmo Fenoglio
Übersetzung aus dem Italienischen:
Wendla Lipsius-Eckstein