Surprise Party

Pierre Bürki

Eine Party ohne Gastgeber, ein makabres Gesellschaftsspiel und eine junge Frau zwischen Leben und Tod: Neun Menschen werden mit ihrer eigenen Schuld konfrontiert.
Eine geheimnisvolle Weiße Dame versammelt um Mitternacht neun Menschen zu einer ungewöhnlichen „Surprise Party“. Was wie ein Gesellschaftsspiel beginnt, wird rasch zu einer schonungslosen Abrechnung: Die Gäste müssen Szenen aus ihrer jüngsten Vergangenheit noch einmal durchleben. Im Mittelpunkt steht Catherine Winters, eine junge Frau, deren Leben sich mit dem jedes Einzelnen auf verhängnisvolle Weise gekreuzt hat. Die Weiße Dame bezeichnet Catherine als eine Art „Agent provocateur“, die alle Beteiligten vor Entscheidungen gestellt und damit ihren wahren Charakter sichtbar gemacht hat.

Catherine sucht Arbeit, kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten und hofft vor allem auf ein neues Leben. Doch beinahe jeder, dem sie begegnet, lässt sie im entscheidenden Augenblick im Stich oder benutzt ihre Not für eigene Zwecke. John verweigert ihr aus Eigennutz seine Hilfe, Burt Mahony opfert sie, um seine eigene Affäre zu verheimlichen, und dessen Frau Mildred macht Catherine aus Eifersucht das Leben zusätzlich schwer. Selbst dort, wo Hilfe möglich wäre, setzen sich Feigheit, Misstrauen, Eitelkeit und persönliche Interessen durch. Burt gesteht schließlich selbst, Catherine im Stich gelassen zu haben, um Schlimmeres für sich und seine Familie zu verhindern.

Nur Boris steht wirklich zu Catherine. Zwischen beiden entwickelt sich eine aufrichtige Liebesbeziehung, und für einen kurzen Augenblick scheint ein glücklicher Neubeginn möglich. Doch nach einer weiteren demütigenden Begegnung wird Catherine von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Während sie bewusstlos im Krankenhaus liegt und ihr Überleben ungewiss ist, müssen die anderen erkennen, welchen Anteil sie an ihrer Verzweiflung haben.

Die Weiße Dame fällt kein Urteil. Sie hofft lediglich, dass Catherine überlebt und die Beteiligten Gelegenheit erhalten, wiedergutzumachen, was sie an ihr verschuldet haben. Die eigentliche „Surprise Party“ erweist sich damit als eine Art jenseitiges Tribunal des Gewissens, in dem jeder mit den Folgen seines eigenen Handelns konfrontiert wird.