Roman nach einer wahren Begebenheit
„Und was ist nun meine Rolle in dieser ganzen Angelegenheit?"
Liebevoller Vater und wütender Hassposter: Paul ist beides, und als er im Netz bloßgestellt wird, kämpft er um seine Würde, Familie – und sein Leben.
Mit der Geschichte von Paul Sarianidis gelingt Vladimir Vertlib in „Zebra im Krieg“ ein meisterhaft ironischer, jedoch stets von Zuneigung und Humanität erfüllter Blick in menschliche und politische Abgründe: Paul lebt mit seiner Familie in einer vom Bürgerkrieg heruntergewirtschafteten osteuropäischen Stadt am Meer. Als er arbeitslos wird, verstrickt er sich immer tiefer in die wüsten Debatten, die in den Sozialen Medien toben. Doch eines Tages wird Paul von Boris Lupowitsch, einem Rebellenführer, den er im Internet bedroht hat, verhaftet. Lupowitsch rechnet mit ihm vor laufender Kamera ab. Paul wird verhöhnt und gedemütigt, das Video millionenfach gesehen. Wie kann er mit dieser Schande weiterleben?
Vladimir Vertlib hat mit seinem neuen Roman eine düster-dystopische Persiflage auf die Krise in der Ostukraine geschrieben. Wüsste man nicht um den Ernst und das Prekäre der politischen Lage, könnte man an manchen Stellen herzhaft lachen. Dabei geht es dem Autor weniger um die geopolitischen Ambitionen auf den internationalen Bühnen, Großmachtansprüche und Elitengeplänkel, sondern um die kleinen Dämonen in den Köpfen, die die große Katastrophe am Laufen halten und gleichzeitig von ihr überrollt werden. (…) Vertlib ist ein Meister der bitteren Ironie, des bissigen Sarkasmus und des Slapsticks.
Sabine Berking, FAZ