„Himmelwärts“ verbindet Poesie mit klaren politischen Ansagen zu einem ungewöhnlichen und hochaktuellen Roman.
„Das Internet ist ein Hühnerstall von Worten, ein Begriff führt zum nächsten."
Wir alle spüren es: Der Raum für die, die anders denken, anders aussehen und anders lieben, wird wieder enger, die Bedrohung größer. Noch gibt es das „Himmelwärts", die glitzernde Bühne der Dragqueens, der Zufluchtsort der Außenseiter und Nachtgestalten. Die gut versteckte Bar ist der einzige Ort, an dem sogar Sylvia sich sicher fühlt. Denn seit Sylvia, das Füchslein, auf der Flucht eine Menschenhaut von der Wäscheleine gerissen hat, lebt sie als Frau unter den Menschen, zusammen mit Jonathan, dem Träumer, dem Weltenretter. Doch als Jonathan ein gefiederter Tumor aus dem Rücken wächst und seine Verwandlung beginnt, wird klar: Nicht alles, was Flügel hat, fliegt, doch für die Utopie des „Himmelwärts“ lohnt es sich allemal zu kämpfen.
Es ist ein Kunststück, wie es Elisabeth Klar gelingt, Realistisches und Fantastisches zu verbinden, ohne, dass es peinlich oder aufgesetzt wirken würde. Das liegt auch daran, dass die Autorin mit „Himmelwärts“ einen doppelbödigen, aber ganz ernsthaften politischen Roman geschrieben hat, der davon erzählt, wie ungeschützt man sich als Außenseiter, sei es als Homo- oder Transsexueller, als Geflüchteter oder als Tier – in einer zunehmend unwirklich werdenden Umwelt fühlt, in der die Räume für Nichtangepasste systematisch verschwinden.
Karin Cerny, FALTER
"Himmelwärts" übt sich selbst in der Camouflage. Die glatte Haut der Konvention ist dünn. Wo sie einreißt, schimmert das Unheimliche immer wieder durch. So unentschieden der sprachlich bei heutigen Beziehungsgeschichten angesiedelte Roman zwischendurch manchmal wirkt, so rasant ist sein Finale. Das gelingt Elisabeth Klar so packend, dass man die Verfilmung bereits förmlich vor sich sieht.
Wolfgang Huber-Lang, APA
Surrealismus vs Reality. Die Autorin verbildlicht Jonathans Trauma immer wieder mit surrealen und absurden Elementen, die an Fabeln und Märchen erinnern. Dadurch gelingt eine verzweigte Geschichte, die poetische Sprache und aktuelle, sozialpolitische Themen wie LGBTQIA-Rechte, Umweltsünden und Menschenrechtsaktivismus vereint.
Michaela Pichler, FM4
… der Text besticht durch den Sog der Handlung…. Was bleibt ist die Lust, das eigene Tier in sich zu entdecken.
Sophie Reyer, DIE PRESSE