Engagierte Literatur im besten Sinne: zeitgenössisch, poetisch und radikal.
„Busfahrten machen anfällig für Rückblicke."
Ein knallpinker Fernbus mit der Aufschrift SPERANZA macht sich an einem Dezemberabend auf den Weg von Wien nach Rumänien. Die Nachtfahrt bringt Menschen zusammen, die ihr Leben in den Grauzonen des europäischen Arbeitsmarkts verbringen. Ihr Lohn sichert die Existenz ihrer Familien, ihre Abwesenheit schafft neue Probleme. Florin verdingt sich als Erntehelfer, um seiner Mutter in Bukarest den Ruhestand zu ermöglichen. Daiana putzt trotz ihres Studienabschlusses in Wien Privathaushalte. Ioan, einer der Fahrer, erinnert sich an seinen ersten Grenzübertritt. „Autobus Ultima Speranza“ findet eine Sprache für ein Leben, das ständig auf dem Sprung ist, für die Hoffnungen und Enttäuschungen, die Rastlosigkeit und strukturelle Gewalt, die es begleiten.
er Roman ist wie eine Momentaufnahme, wie ein genauer, radikaler Blick in die Untiefen des liberalisierten, europäischen Arbeitsmarktes. Klug und eindringlich reflektiert die Autorin die Geschichten und Gedanken derer, die für uns die "Drecksarbeit" machen. Mermer zeigt zudem was es mit einer Gesellschaft macht, wenn ganze Generationen fehlen, weil sie im Ausland arbeiten müssen.
Theresa Hübner, WDR
Mermer schreibt mit präzisem Blick, schnörkellos und dennoch atmosphärisch dicht. Wer zu schnell liest, dem geht hier einiges verloren: besser an das Tempo des Busses halten, der gemächlich Richtung Südosten fährt.
Paula Pfoser, ORF
Ein starkes, zeitgenössisches Buch, das zeigt, dass die österreichische Gegenwartsliteratur auch über den Tellerrand blickt.
APA
Mermer gelingen aufs Wesentliche fokussierte, vielschichtige Geschichten, (…). (…) es sind Erzählungen, die in einem leichtfüßigen Ineinanderfließen von Beobachtungen, Gedanken und Erinnerungen, von Wachsein und Einnicken, Tag- und Nachtträumen das Fremdsein, Entfremdung, Einsamkeit, aber auch Momente des Glücks in diesem lesenswerten Buch aufleben lassen.
Monika Vasik, DIE PRESSE
Mermer, die drei Jahre als Lektorin in Cluj gearbeitet hat und nun in Wien lebt, collagiert einfühlsame Kurzporträts der provisorischen Reisegemeinschaft. (…)
Dieser, sein wichtigster Appell – der politische – gelingt dem Roman (…).
Cornelius Dieckmann, FAZ