Am Tag seines Todes wird Richard Wagner vom Geist Felix Mendelssohns mit seinen Widersprüchen und seinem Antisemitismus konfrontiert.
Venedig, am Tag von Richard Wagners Tod: Der schwerkranke Komponist wird vom Geist Felix Mendelssohn Bartholdys besucht, der aus dem Jenseits gekommen ist, um Wagners letzte Gedanken zu erkunden – und vielleicht, um ihn abzuholen.
Zwischen den beiden Komponisten entspinnt sich ein ebenso bissiges wie persönliches Streitgespräch über Musik, Kunst, Religion und vor allem über Wagners Verhältnis zu den Juden. Mendelssohn konfrontiert ihn mit seinen antisemitischen Äußerungen und zeigt ihm aus der Perspektive des Jenseits, wie Wagner und seine Musik später von den Nationalsozialisten vereinnahmt werden und Bayreuth zum Ort des Führerkults wird. Wagner wehrt sich gegen die Verantwortung für diese Zukunft und offenbart dabei immer wieder die Widersprüche zwischen seinen Vorurteilen, seiner Bewunderung jüdischer Künstler und seinen eigenen politischen und künstlerischen Überzeugungen.
Während Wagners körperliche Schmerzen zunehmen, wird die Auseinandersetzung immer mehr zu einer Bilanz seines Lebens: Er spricht über seine Frauen, seine Werke, seine politischen Ideale, seine Widersprüche und seine Sehnsucht nach Erlösung. Mendelssohn zieht sich schließlich zurück und überlässt das Urteil Gott. Wagner bleibt allein zurück, denkt an seine Herkunft, seine Familie und seine unvollendeten Pläne – und stirbt mit Gedanken an den Tannhäuser und „das Weibliche“, während dessen Ouvertüre erklingt.