Das Haus des flüssigen Goldes

Clemens Berger

Clemens Bergers rasante Satire nimmt uns mit in die verrückte und doch nur allzu reale schöne neue Welt, in der alles zur Ware und eine alleinerziehende Mutter zur Social-Media-Ikone werden kann.
„Ich hätte gerne gewusst, warum ausgerechnet ich eine Schande für alle Mütter sein sollte."
Babys brauchen Milch – Muttermilch oder Pulvermilch. Hier setzt Clarissa mit dem „Haus des flüssigen Goldes“ an: Frauen wie Maya, die als alleinerziehende Mutter bislang von Gelegenheitsjobs gelebt hat, pumpen in angenehmer Umgebung ihre überschüssige Milch ab und werden am Verkauf gewinnbeteiligt. Das geht gut, bis der größte Milchpulverfabrikant nicht mehr liefern kann und zugekaufte Muttermilch überlebenswichtig wird. Als Maya sich auf die Seite der verzweifelten Frauen mit ihren hungrigen Babys stellt, wird sie zur Social-Media-Ikone. Clemens Bergers rasante Satire nimmt uns mit auf die Hochschaubahn der Gefühle, der Maya auf Social Media ausgesetzt ist: Sie wird gefeiert und mit Shitstorms überzogen, sie erhält Millionenangebote und Morddrohungen – und muss ihren Weg erst finden.
Eine der Stärken von Bergers Erzählverfahren besteht darin,Widersprüche im Verhalten aller Figuren sichtbar zumachen. Individuelle Profitinteressen, soziale Fürsorge, feministische Argumente, aggressiver Moralismus und sozialer Geltungsdrang sind so miteinander verwoben, dass niemand eindeutig im Recht oder Unrecht ist.
Erika Thomalla, FAZ
Clemens Bergers irrwitzige Romansatire rückt das Thema Mutterschaft und Care-Arbeit in ein Licht, in dem es Tim Felchlin bis jetzt noch nicht gesehen hat.
Tim Felchlin, SRF RADIO
Es ist interessant, dass ausgerechnet ein Mann sich dieser heiklen Materie literarisch angenommen hat. Kaum ein Thema hat ein derartiges Aufreger-Potenzial wie die Themen Muttermilch, Stillen und Geburt. Und Berger macht das sehr gut, nicht eine Minute kommt man auf die Idee, dass „Haus des flüssigen Goldes“ nicht von einer Frau geschrieben worden sein könnte. Das ist nicht überheblich-sexistisch gemeint, sondern als Kompliment.
Doris Kraus, DIE PRESSE
Eigentlich ist dieser schlaue, unterhaltsam zu lesende Roman keine Satire, sondern eine Horrorgeschichte.
Barbara Beer, KURIER
Verfilmung
Dramatisierung
Residenz Verlag ↗
Erscheinungsdatum: 23.09.2024