Faschingsende

(Konec masopustu)

Josef Topol

Ein ausgelassener Faschingszug wird zum Totentanz.
In einem tschechischen Dorf der frühen sozialistischen Zeit ist Bauer König einer der Letzten, die sich der Kollektivierung widersetzen. Während die Funktionäre versuchen, ihn zur Aufgabe seiner selbständigen Landwirtschaft zu bewegen, bereitet sich das Dorf auf den traditionellen Faschingszug vor. Für König sind Hof und Felder mehr als Besitz – sie verkörpern eine Lebensordnung, die zunehmend verschwindet.

Mitten in die politischen und familiären Spannungen gerät die Liebesgeschichte zwischen Königs Tochter Marie und Rafael, dem unangepassten Pflegesohn der Frau Prager. Königs geistig beeinträchtigter Sohn Heinrich lässt sich beim Faschingszug zum „toten König der Felder“ machen – ein makabres Spiel, das schließlich Wirklichkeit wird. Als Rafael verkleidet als Husar mit Marie tanzt, greift Heinrich ihn mit einem Messer an; Rafael wehrt sich mit dem Säbel und tötet ihn. Aus dem ausgelassenen Fasching wird plötzlich bitterer Ernst.
4D 11H
Schauspiel
UA: 27.04.1963, Divadlo Oldřicha Stibora, Olomouc; Regie: Jiří Svoboda
ÖEA: 27.04.1968, Akademietheater, Wien; Regie: Otomar Krejča
Übersetzung aus dem Tschechischen:
Oskar Willner