Katze auf dem Gleis

(Kočka na kolejích)

Josef Topol

Ein nächtlicher Bahnsteig, ein wartender Zug und eine Beziehung, die an ihren eigenen Zweifeln zu zerbrechen droht.
Nach einem gemeinsamen Wochenende warten Evi und Schurl nachts an einer abgelegenen Eisenbahnhaltestelle auf den Zug zurück in die Stadt. Seit sieben Jahren sind sie ein Paar – vertraut miteinander und einander doch immer wieder fremd. Zwischen Spott, Zärtlichkeit und kleinen Grausamkeiten kreisen ihre Gespräche um Liebe, Ehe und Kinder, um Arbeit, Freiheit und die Frage, ob man einen anderen Menschen überhaupt wirklich kennen und festhalten kann.

Die Begegnung mit dem jungen Ivan, der wegen eines Mädchens von deren Bruder verfolgt wird, hält Evi und Schurl einen Spiegel vor: Während der Junge noch bedingungslos an seine Liebe glaubt, ist ihre eigene Beziehung längst von Zweifeln durchzogen. Evi verlangt Klarheit, Schurl weicht jeder endgültigen Festlegung aus. Als der Zug schließlich näher kommt, gesteht er, dass er glaubt, Evi zu lieben – aber auch, dass seine Gewissheiten vielleicht nur für den Augenblick gelten. Eine endgültige Entscheidung gibt es nicht.
1D 4H
2 Dek.
Schauspiel
UA: 23.12.1965, Divadlo za branou, Prag; Regie Otomar Krejča
Übersetzung aus dem Tschechischen:
Paul Kruntorad