Eine Familie, drei Diebe und ein Mädchen – am Ende weiß niemand mehr, wer hier eigentlich wen bestohlen hat.
Am Tag nach der Beerdigung ihres Vaters, eines ehemaligen Kapellmeisters, versucht eine eigentümliche Geschwisterfamilie, sich in dem verwahrlosten Elternhaus neu zu orientieren. Dolf, Rosa und Emmi setzen ihre Hoffnungen vor allem auf den jüngsten Bruder Rudolf, der allerdings lieber seinen Phantasien nachhängt und eine Schneiderpuppe zum Gegenstand seiner Zuneigung macht. Da tauchen drei Fremde auf: ein angeblicher alter Freund des Verstorbenen, der sich „Doktor“ nennt, sein Begleiter David und die junge Veronika. Tatsächlich sind die drei Diebe, die im Haus nach dem vermeintlichen Erbe suchen.
Doch der ausgeklügelte Raubzug gerät aus den Fugen. Rudolf verliebt sich in Veronika, und auch sie scheint sich seiner Zuneigung nicht ganz entziehen zu können. Schließlich schenkt er ihr freiwillig den einzigen wirklichen Wertgegenstand der Familie: den Schmuck seiner verstorbenen Mutter. Veronika nimmt ihn – und fährt davon, ohne Rudolf, aber auch ohne ihre Komplizen. Zurück bleiben die geprellten Diebe und eine Familie, die zwar materiell bestohlen wurde, am Ende aber seltsam befreit wirkt. Die Frage des Untertitels bleibt offen: Wer hat hier eigentlich wen bestohlen?
Josef Topol inszenierte das Stück 1972 selbst am Divadlo za branou. Am 3. März 1972 fand eine Voraufführung statt; weitere Voraufführungen außerhalb Prags folgten. Die offizielle Premiere war für den 26. April 1972 vorgesehen, wurde jedoch von den Behörden verboten. Die Komödie wurde als Anspielung auf den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei 1968 und die folgende „Normalisierung“ gelesen – insbesondere die Geschichte von Fremden, die nachts in ein Haus eindringen und dessen Bewohner möglichst schnell wieder loswerden wollen. Kurz darauf wurde das Divadlo za branou geschlossen.