Die Ballade vom großen Makabren

(La Balade du grand Macabre)

Michel de Ghelderode

Der Weltuntergang steht bevor – und Breughelland feiert ihm entgegen.
m ebenso lebenslustigen wie heruntergekommenen Breughelland steigt eines Tages der unheimliche Nekrozotar aus einem Grab. Er gibt sich als der Tod aus und verkündet, dass um Mitternacht ein roter Komet erscheinen und die gesamte Welt vernichten werde. Den gutmütigen Trunkenbold Porprenaz macht er zu seinem Diener und Reittier und zieht mit Sense und Trompete in die Hauptstadt, um das Weltende zu vollstrecken.

Dort treffen sie auf den Philosophen Videbolle, seine herrschsüchtige Frau Salivaine und den kindlichen Fürsten Goulave, dessen Minister sich mehr mit Intrigen als mit dem Wohl des Landes beschäftigen. Angesichts des angekündigten Untergangs brechen alle gesellschaftlichen Ordnungen zusammen. Während das Volk in Todesangst gerät, wird getrunken, gestritten, geliebt und um das eigene Überleben gefeilscht.

Um Mitternacht scheint die Katastrophe tatsächlich einzutreten: Nekrozotar beschwört Vernichtung und Tod, ein gewaltiger Donnerschlag ertönt und alles versinkt in Dunkelheit. Doch am nächsten Morgen steht die Welt noch. Viele Menschen sind nicht durch den Kometen, sondern aus Angst vor dem vermeintlichen Weltende zugrunde gegangen. Nekrozotar selbst stirbt schließlich, während das Liebespaar Adrian und Jusemina unversehrt aus der Grabkammer steigt. Das Leben hat den Tod überlebt – und Breughelland feiert seinen Neubeginn mit Trinken, Tanzen und dem Versprechen einer besseren Welt
1D 9H
Schauspiel
UA: 1953, Théâtre de la Comédie, Lyon; Regie: Roger Planchon
Übersetzung aus dem Französischen:
Leopold Voelker / Eugen Helmlé