Für Gerechtigkeit ist Michaela bereit, alles zu opfern – bis ihr Kampf gegen die Gewalt selbst zur Gewalt wird.
Michaela hat ihre wohlhabende bürgerliche Existenz hinter sich gelassen und sich einer linksradikalen Gruppe angeschlossen. Gemeinsam mit Adi, Lore, Sissi, Beppo und Jochen diskutiert sie über Marx, Lenin, Mao, Vietnam, gesellschaftliche Ungerechtigkeit und Revolution. Als bei einer Demonstration ihr Freund Kurt von einem Polizisten erschossen wird, ist für Michaela eine Grenze überschritten: Ein Staat, der seine Bürger tötet, ist für sie selbst zum Terrorstaat geworden – und gegen Terror, so ihre Überzeugung, helfe nur Gegenterror.
Aus politischem Protest wird bewaffneter Kampf. Doch innerhalb der Gruppe treten zunehmend Zweifel und Konflikte auf. Besonders Jochen stellt die Gewalt infrage: Er fürchtet, dass die eingesetzten Mittel das eigentliche Ziel zerstören könnten. Als er sich von der Gruppe entfernt und Kontakt zu dem Journalisten Werner hat, gerät er unter Verratsverdacht. Adi und Sissi wollen ihn „liquidieren“, Michaela widersetzt sich zunächst.
Als Adi und Rainer verhaftet werden, konzentriert sich für Michaela schließlich alles darauf, die beiden zu befreien. Die Gruppe plant eine immer radikalere Aktion, bei der Erpressung, Gewalt und Anschläge als legitime Mittel erscheinen. Michaelas ursprünglicher Kampf für Gerechtigkeit hat sich längst verselbstständigt.
Die Befreiungsaktion endet in einer Katastrophe: Lore und Rainer sterben, Michaela wird verletzt festgenommen, Sissi und Egon können fliehen. Im Gefängnis wird Michaela mit der Frage konfrontiert, was aus ihrem ursprünglichen Idealismus geworden ist. Der Pfarrer wirft ihr vor, im Namen der Menschlichkeit schließlich unschuldige Menschen getötet und damit genau jene Menschenverachtung hervorgebracht zu haben, gegen die sie einst angetreten war.
Am Ende zerbricht auch Michaela an ihrem Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit. Jochen bleibt mit der Erkenntnis zurück, dass Gewalt immer neue Gewalt und Rache hervorbringt: Die Gitarre ist ihm lieber als die Knarre.