Was wir erben

Folke Braband

Witzig, brisant, klug, provokant!
"Du willst mir allen Ernstes erzählen, dass es früher Männer waren, die Fußball gespielt haben?"
Nach der großen Apokalypse, dem sogenannten „Black Monday“, bei dem nicht nur so gut wie die gesamte Weltbevölkerung, sondern auch das komplette kulturelle Erbe in Form von Internet und schriftlichen Aufzeichnungen ausgelöscht wurde, hat sich unser Planet wieder ordentlich berappelt und es sieht so aus, als sei heute alles wieder beim Alten. Doch eine entscheidende Veränderung hat sich mit dem Neuanfang ergeben: Das Patriarchat wurde abgeschafft und die Frauen haben das Ruder in die Hand genommen…
In einer Zeit, in der sich das Matriarchat längst etabliert hat und frau sich kaum mehr an toxische Männer erinnern kann, setzt WAS WIR ERBEN ein.

Nicola, gutverdienende Geschäftsfrau, und ihr Gatte Martin, perfekter Hausmann, erwarten Nicolas Bruder Sebastian und dessen neue Lebenspartnerin Zoe zum Abendessen. Nichts scheint einem netten Abend im Wege zu stehen, wäre da nicht eine Erbschaftsangelegenheit, die Sebastian gerne an diesem Abend mit seiner großen Schwester klären möchte. Problem dabei: Inzwischen herrscht das Matriarchat. Kein Wunder also, dass das gesamte Erbe an Nicola, die erstgeborene Tochter fällt und Sebastian komplett leer ausgeht…
ausführliche Beschreibung
Aber es tut sich etwas in der Gesellschaft. Die Rufe nach mehr Rechten für Männer werden lauter und bestimmen verstärkt den Diskurs. Im Laufe des Abends verhärten sich die Fronten, die von Nicola, einer klassischen alten, weißen Frau, und die von Zoe, einer der Efrauzipation nahestehenden Männerrechtlerin. Der „nette Abend“ droht zu kippen, das gutbürgerliche Parkett bekommt zusehends Risse, und Martin wird plötzlich klar, was er eigentlich schon immer geahnt hatte…

Folke Brabands hat ganz bewusst keine Vision entworfen, wie unsere Gesellschaft aussehen würde, wenn ihre Geschicke in den Händen von Frauen lägen – vermutlich wäre das für uns alle sehr viel besser, nein, er nimmt in WAS WIR ERBEN einfach einen Perspektivwechsel vor, lässt Frauen wie Männer und Männer wie Frauen reden und handeln. Mit diesem simplen Kunstgriff gelingt ihm nicht nur eine aberwitzige Komödie, er entlarvt damit auch die vielen Absurditäten der Geschlechtertrennung und zeigt auf, dass der Weg zu einer wirklichen Gleichberechtigung noch ein sehr langer ist - aber auch, dass es dringend erforderlich ist, diesen Weg weiter zu gehen.
2D 2H
1 Dek.
Komödie, Schauspiel