Der Narr und die Nonne oder Nichts Schlechtes, das nicht noch schlechter sein könnte

(Wariat i zakonnica)

Stanisław Ignacy Witkiewicz

Ein Dichter, eine Nonne und die Psychiatrie geraten in einen aberwitzigen Kampf um Liebe und Normalität.
Der Dichter Mieczyslaw Walpurg sitzt seit zwei Jahren als angeblich unheilbar Geisteskranker in einer psychiatrischen Anstalt. Medikamente und psychiatrische Behandlung haben nichts bewirkt. Als neues Experiment wird die junge Nonne Schwester Anna zu ihm geschickt: Durch ihre „weibliche Intuition“ soll sie den verborgenen psychischen Konflikt des Patienten aufdecken.

Zwischen dem exzentrischen Dichter und der Nonne entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung. Walpurg scheint durch die Liebe tatsächlich ins Leben zurückzufinden, will wieder schreiben und die Anstalt verlassen. Auch Anna gibt ihre religiöse Distanz auf und träumt mit ihm von einem gemeinsamen Leben. Doch die Ärzte betrachten die Veränderungen vor allem als Bestätigung ihrer jeweiligen psychiatrischen Theorien.

Das Experiment gerät grotesk außer Kontrolle. Als Walpurg aus Eifersucht Dr. Burdygiel mit einem Bleistift tötet, erklärt er ausgerechnet danach, nun vollkommen gesund zu sein. Die Liebe zwischen Walpurg und Anna wird schließlich entdeckt – und die vermeintlichen Heiler versuchen erneut, mit ihren Theorien Herr über eine Wirklichkeit zu werden, in der sich Vernunft und Wahnsinn längst nicht mehr unterscheiden lassen.
2D 6H
1 Dek.
Schauspiel
UA: 21. 03.1925, Zakopane; Regie: Stanisław Ignacy Witkiewicz
Übersetzung aus dem Polnischen:
Gerda Hagenau