Zwei Brüder, zwei Lebensentwürfe und ein erbitterter Streit über Kunst, Macht und Verantwortung.
Die Brüder Stefan und Andreas Haller treffen in einem abgeschlossenen Raum aufeinander. Stefan, Künstler und radikaler Verfechter von Veränderung, fordert von Andreas, sich nicht länger mit seinem Leben abzufinden. Für ihn bedeutet Leben, bestehende Grenzen zu überschreiten, Gewohnheiten aufzubrechen und sich gegen eine Gesellschaft zu wehren, die den Einzelnen einengt. Andreas hält dagegen: Er glaubt nicht an Stefans kompromisslosen Anspruch und verteidigt das Recht auf ein gewöhnliches, persönliches Leben.
Aus dem philosophischen Streit über Kunst, Macht, Gewalt und gesellschaftliche Verantwortung wird zunehmend eine persönliche Auseinandersetzung. Stefan zwingt seinen Bruder, sich mit dem Tod seiner kleinen Tochter auseinanderzusetzen, die drei Jahre zuvor an der verschmutzten Luft gestorben ist. Andreas wiederum hält Stefan vor, dass dessen Kampf für eine bessere Welt das individuelle Leben und die Liebe aus den Augen verliert.
Als Stefan plötzlich einen Revolver zieht, scheint die Diskussion tödlich zu eskalieren. Doch der Schuss erweist sich als Teil eines gedanklichen Experiments: Die Brüder beginnen, ihre Positionen und schließlich auch ihre Identitäten infrage zu stellen. Was zunächst wie ein erbitterter Kampf zweier Weltanschauungen erscheint, wird zum Spiel mit Wirklichkeit und Theater. Am Ende bleibt die gemeinsame Frage, wie Veränderung tatsächlich möglich ist – durch radikalen Kampf oder durch Liebe, Menschlichkeit und den Mut, im eigenen Leben den ersten Schritt zu tun.