Rette sich wer kann

Gabriel Barylli

Während eine Ehe langsam aus den Fugen gerät, steuert auch die Welt draußen auf die Katastrophe zu.
Angelika und Ferdinand sind frisch verheiratet und richten sich ihr gemeinsames Leben ein. Doch während sie von Wohnung, Beruf, Kindern und einer glücklichen Zukunft träumen, dringt die Außenwelt immer stärker in ihr scheinbar geschütztes Zuhause ein. Im Fernsehen laufen Bilder von Umweltzerstörung und Katastrophen; Ferdinand arbeitet als Ingenieur an immer größeren Bauprojekten und Brücken, während Angelika zunehmend spürt, dass mit ihrer Welt etwas nicht stimmt.

Mit den Jahren bekommt auch die Ehe Risse. Beruflicher Druck, unerfüllter Kinderwunsch, gegenseitige Erwartungen und die Sehnsucht nach einem anderen Leben entfremden die beiden voneinander. Parallel dazu wird die Bedrohung draußen immer deutlicher: Wälder verschwinden, die Umwelt wird zerstört, und die Katastrophenbilder, die über den Fernseher ins Wohnzimmer gelangen, lassen sich irgendwann nicht mehr verdrängen.

Barylli verbindet die Geschichte einer Ehe mit einem zunehmend apokalyptischen Szenario. Das Private und die globale Krise spiegeln einander: Während Angelika und Ferdinand versuchen, ihr persönliches Glück zu retten, gerät die Welt um sie herum immer mehr aus den Fugen. Schon in seinen einleitenden Bemerkungen beschreibt Barylli das Stück als Versuch, auf zwei Ebenen zu erzählen – der menschlichen Geschichte und einer zweiten Ebene, in der das Meer steigt und schließlich die Felsen verschlingt.