Panoptikum

Georg Fraser

Vier Wachsfiguren erwachen 1945 in Dachau zum Leben und streiten darüber, ob die Menschheit aus ihrer Geschichte lernen kann.
September 1945, Konzentrationslager Dachau: In einem ehemaligen Schaubuden-Panoptikum erwachen die Wachsfiguren Napoleon, Robinson Crusoe, Rinaldo und Bruder Meinl zum Leben. Während draußen eine neue Zeit begonnen hat, diskutieren die vier über Freiheit, Macht und die menschliche Gesellschaft.

Napoleon hält weiterhin an seinem Glauben an Ordnung, Herrschaft und militärische Stärke fest. Robinson dagegen erzählt von seinem Leben auf der einsamen Insel und davon, wie er dort seine eigene kleine Gesellschaft aufgebaut hat. Die Diskussion führt schließlich zur Frage, ob die Menschheit aus Krieg, Diktatur und Unterdrückung überhaupt etwas gelernt hat.

Am Ende erscheint Max, der Schaubudenbesitzer, und erklärt den Figuren, dass draußen eine neue Welt entstehen soll. Doch Napoleon bleibt skeptisch: Die Menschen würden immer wieder neuen Führern folgen und dieselben Fehler wiederholen. Dann kehren die Figuren in ihre ursprünglichen Positionen zurück – das Panoptikum wird wieder zur stummen Ausstellung.