Haushalt oder Die Sandhasen

Herwig Seeböck

Eine Gemeindewohnung wird zum Schlachtfeld einer Familie, die sich gegenseitig nicht erträgt und doch nicht voneinander loskommt.
In einer ärmlichen Wiener Gemeindewohnung lebt eine Familie auf engstem Raum: Der Vater trinkt und verklärt seine Vergangenheit, die Mutter hadert mit ihrem verpfuschten Leben, Sohn Robert ist arbeitsunwillig und immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten, Tochter Inge träumt vom Ausbruch. Zwischen Beschimpfungen, Streitereien und gegenseitigen Schuldzuweisungen wird der ganz normale Familienalltag zum permanenten Kleinkrieg.

Als Robert und Inge schließlich nach Deutschland verschwinden wollen und auch der zwielichtige Heuschreck für zusätzliche Unruhe sorgt, droht die Familie endgültig auseinanderzubrechen. Am Ende bleibt die Mutter allein mit ihrem betrunkenen Mann zurück und erkennt bitter, was aus ihrem Leben geworden ist: eine Tragödie, die sich nur mit viel Humor ertragen lässt.

Seeböck zeichnet ein ebenso komisches wie schonungsloses Bild des Wiener Vorstadtmilieus, in dem Alkohol, Gewalt, verdrängte Vergangenheit und familiäre Abhängigkeiten hinter dem viel beschworenen Wiener Schmäh hervortreten.
3D 4H
Schauspiel
UA: 26.03.1971, Volkstheater, Wien; Regie: Bernd Fischerauer