Eine tragikomische Studie über Einsamkeit, Vorurteile und die Schwierigkeit, aus der eigenen Lebensrolle auszubrechen.
Zwei Männer, zwei Wohnungen, eine gemeinsame Toilette – und zwei vollkommen verschiedene Welten. Paul ist Mittelschulprofessor für Chemie und Deutsch, pedantisch, pflichtbewusst und von der modernen Welt zunehmend genervt. Sein Nachbar Ernst ist Schauspieler, lebt unordentlich, hört laut Musik, trinkt und hält wenig von bürgerlichen Konventionen. Für Paul ist Ernst ein primitiver, alkoholkranker Schauspieler, für Ernst ist Paul ein reaktionärer „Reagenzglasfanatiker“.
Ein morgendlicher Streit um Lärm und die gemeinsame Toilette eskaliert – und führt ausgerechnet dazu, dass die beiden erstmals wirklich miteinander reden. Aus der Feindschaft wird vorsichtige Annäherung: Sie essen und trinken gemeinsam und stellen fest, dass hinter ihren gegensätzlichen Fassaden dasselbe Problem steckt – beide sind allein.
Doch je mehr Alkohol fließt, desto mehr bricht aus Paul heraus. Der scheinbar so korrekte Professor rebelliert gegen sein eigenes Leben, seine gescheiterte Ehe und seine bürgerlichen Zwänge. Die neu gewonnene Nähe gerät in einen grotesken Rausch, an dessen Ende Paul zusammenbricht und Ernst ihn unter die kalte Dusche stellt.
Ernüchtert fallen beide schließlich in ihre alten Rollen zurück. Ernst erkennt, dass ihre Einsamkeit sie zwar zusammengeführt hat, sie aber trotzdem nicht miteinander leben können. Paul zieht sich wieder in seine Förmlichkeit zurück. Am Ende verlassen beide getrennt das Haus – Paul wartet sogar, bis Ernst gegangen ist.