Fahrdienstleiter Smafts

Herwig Seeböck

Ein vergessener Bahnhof, ein einsamer Fahrdienstleiter – und plötzlich kommt tatsächlich ein Zug.
Leopold Smafts ist Fahrdienstleiter auf einem nahezu vergessenen Bahnhof, auf dessen überwucherten Gleisen schon lange kein Zug mehr verkehrt. Während seines einsamen Nachtdienstes vertreibt er sich die Zeit mit Bier, Kreuzworträtseln, Eisenbahnerinnerungen und ausufernden Geschichten über Gott und die Welt. Stolz hält er seinen Bahnhof in Schuss und beklagt, dass ihm die Direktion nicht einmal eine stärkere Glühbirne bewilligt.

Dann geschieht das Unfassbare: Smafts erhält die Nachricht, dass tatsächlich ein Zug über seine Strecke kommen wird. Hektisch sucht er seine Uniform, vergisst den Schranken und erinnert sich zu spät daran, dass weiter vorne ein Heuwagen und eine Sense auf den Gleisen stehen.

Herwig Seeböcks Monolog ist das liebevoll-komische Porträt eines kleinen Beamten, der in einer längst vergangenen Eisenbahnwelt lebt – bis ihn die Wirklichkeit plötzlich einholt. Seine Erklärung für das drohende Desaster steht jedenfalls fest: Wegen menschlichen Versagens wurde ihm keine stärkere Glühbirne bewilligt.
1H
Einakter, Monolog
UA: April 1967, Theater im Savoy