Das vierte Gebot

Felix Dvorak / Ludwig Anzengruber

Der wohlhabende Hausbesitzer Anton Hutterer will seine Tochter Hedwig gegen ihren Willen mit dem reichen Fabrikantensohn Stolzenthaler verheiraten, obwohl sie den Klavierlehrer Robert Frey liebt. Hutterer beruft sich auf die Pflicht der Kinder, ihren Eltern zu gehorchen. Auch in der Familie des Tischlermeisters Franz Schalanter bestimmen die Fehler der Eltern das Schicksal der Kinder: Der trunksüchtige und verantwortungslose Vater bietet Martin und Pepi weder Halt noch Vorbild. Während Martin beim Militär zunehmend auf die schiefe Bahn gerät, sucht Pepi gesellschaftlichen Aufstieg.

Die Folgen der falschen Erziehung führen schließlich zur Katastrophe. Das Stück stellt damit die Forderung des vierten Gebots – „Du sollst Vater und Mutter ehren“ – auf den Prüfstand: Nicht nur Kinder haben Pflichten gegenüber ihren Eltern, auch Eltern tragen Verantwortung für das Leben ihrer Kinder.

Felix Dvorak verdichtet Ludwig Anzengrubers sozialkritisches Volksstück auf sieben Bilder und konzentriert die Handlung auf den Konflikt zwischen kindlichem Gehorsam und der Verantwortung der Eltern für das Schicksal ihrer Kinder.