Drunter und drüber

nach „Le Dindon" von Georges Feydeau

Felix Dvorak / Georges Feydeau

Wenn jeder etwas zu verbergen hat, geht bald alles drunter und drüber.
Felix Dvorak überträgt Georges Feydeaus klassische Ehebruchskomödie „Le Dindon“ in ein österreichisches Milieu. Die französischen Figuren erhalten österreichische Namen, und auch Sprache, Pointen und gesellschaftliche Anspielungen werden dem heimischen Publikum angepasst. Die Grundkonstruktion des Originals bleibt dabei erhalten: Ehebruch, Eifersucht, falsche Verdächtigungen und immer neue Verwechslungen treiben die Handlung in zunehmend aberwitzige Situationen.
ausführliche Beschreibung
An Domstein soll eine Autobahn vorbeiführen. Für die Bewohner ist eine Ab- und Auffahrt „drunter dem Dornbach" wesentlich. Bürgermeister Rehbein soll sich für ihre Belange beim Landeshauptmann einsetzen. Doch dieser entscheidet für "drüber dem Dornbach" nahe dem nächsten viel kleineren Ort, wo Reisach, der große Bauunternehmer und Intimus des Landeshauptmannes wohnt.

Als der Bürgermeister von seinem Besuch zum Rathaus zurückkehrt, erwarten ihn die jubelnden Freunde und Wirtschaftstreibenden der Kleinstadt. Obwohl er ihre Interessen nicht vertreten hat, gibt er vor, mächtig auf den Tisch gehauen zu haben, wenn auch leider ohne Erfolg. Alle sind mächtig stolz und feiern ihn wie einen Helden. Ein Journalist verfasst einen Leitartikel darüber, wie Rehbein der Regierung einheizt. Nur der Schwiegersohn in spe, Dr. Adolf Beringer, stets auf der Seite des Rechts, löst die Verlobung, da er mit einem so „revolutionären" Schwiegervater um seine Karriere bangt.

Die Turbulenzen nehmen ihren Lauf, es geht drunter und drüber. Bald befürchten die Bewohner und der Gemeinderat, Rehbeins radikales Vorgehen könnte den Zorn des Landeshauptmanns auf sie ziehen - das Resultat wäre dann gar keine Abfahrt und dadurch wirtschaftlicher Schaden. Sie wenden sich gegen ihren Freund und ehemaligen Helden. Als dieser sie aufklärt, dass alles maßlos übertrieben wäre, der Journalist mit seiner Pressefreiheit mangelnde Verantwortung zeige, taucht Reisach, der eigentliche Widersacher auf und bringt alles ins Lot: Der Landeshauptmann schätze den Bürgermeister - verständlicherweise - sehr, und Reisach selbst habe sich dafür verwendet, dass eine Auf- und Abfahrt sowohl „drunter als drüber dem Dornberg" gebaut werde. Dadurch überzeugt er auch Susi, des Bürgermeisters Tochter, auf die er schon längst ein Auge geworfen hatte.