Die Jakobinerin

Komödie in drei Akten

Raoul Martinée

Eine mutige Frau rettet Verfolgte vor der Guillotine – und treibt ihren ängstlichen Ehemann schließlich zum Aufstand gegen Robespierre.
Bordeaux 1792: Während der Französischen Revolution die Guillotine immer neue Opfer fordert, nutzt Thérèse Tallien, die einflussreiche Frau des Jakobiners Jean Tallien, ihre Stellung, um Verfolgte vor dem Tod zu retten. Gemeinsam mit dem Engländer Percy Blackeney organisiert sie heimlich Fluchten ins Ausland. So verhilft sie auch Juliette Chaton und deren Mann zur Flucht – und lässt sich dafür sogar schriftlich bestätigen, dass sie die beiden vor dem Revolutionstribunal gerettet hat.

Doch Thérèses riskantes Doppelspiel bleibt nicht unbemerkt. Während ihr opportunistischer Ehemann vor allem um seine eigene Sicherheit besorgt ist, gerät sie selbst zunehmend ins Visier der revolutionären Behörden. Als ein Kommissar aus Paris erscheint und die Vorgänge untersucht, setzt Thérèse ihren Charme und ihre ganze Raffinesse ein, um ihn zu täuschen und ihre Rettungsaktionen zu verschleiern.

Schließlich wird die Lage auch für Thérèse und Tallien lebensgefährlich. Thérèse drängt ihren Mann zum Handeln gegen Robespierre und treibt ihn damit ausgerechnet in jene Rolle, vor der er sich am liebsten gedrückt hätte. Während Percy Blackeney weitere Verfolgte außer Landes bringt, wendet sich in Paris das politische Blatt: Robespierre stürzt. Tallien kann sich plötzlich als Held der Revolution präsentieren – obwohl hinter seinem Mut vor allem Thérèses Entschlossenheit steckt.