Ketchup

Eine politische Farce

Günter Seidl

Drei Pensionisten erklären der politischen Korruption den Kampf – ihre einzige Waffe: Ketchup.
Der pensionierte Straßenbahner Rudolf Valetta ist seit mehr als dreißig Jahren überzeugtes Parteimitglied. Doch Korruption, politische Skandale und die Selbstbedienungsmentalität der Mächtigen bringen das Fass zum Überlaufen: Er gibt sein Parteibuch zurück und beschließt gemeinsam mit seinem Freund Herbert und seiner langjährigen Freundin Trude, selbst ein Zeichen zu setzen.

Ihr Protestmittel ist ebenso harmlos wie wirkungsvoll: Ketchup. Trude deponiert bei einem Theaterbesuch ein selbstgebautes Kästchen, das den Präsidenten mit Ketchup bespritzt. Die Aktion entwickelt eine ungeahnte Eigendynamik. Jugendliche beschmieren öffentliche Gebäude, Politiker und Polizisten werden mit Ketchup attackiert, die Medien stürzen sich auf das Phänomen – und aus den drei Pensionisten werden wider Willen die Anführer einer Protestbewegung.

Schließlich belagert eine begeisterte Menschenmenge Valettas Haus. Herbert stellt sich der Polizei, während draußen bereits Ketchup gegen die Beamten fliegt. Als Rudolf erkennt, dass der Protest außer Kontrolle zu geraten droht, beendet er die Aktion und will sich ebenfalls stellen.