Johanna oder Der Triumph der Demokratie

(Joanna of de triompf van de democratie)

Luc Vilsen

Wer regiert die Welt: die Krone, das Volk – oder das Kapital?
Nach beinahe vierzig Regierungsjahren wird Ferdinand von Aragón von seinem Kanzler Santangel, dem Vertreter eines mächtigen internationalen Bankhauses, zur Abdankung gedrängt. Seine Tochter Johanna besteigt den spanischen Thron. Sie will gerecht und demokratisch regieren, Parlament, Adel, Kirche und Volk anhören und sich aus der Abhängigkeit vom internationalen Kapital befreien. Doch Santangel und Johannas machtbewusster Ehemann Philipp verfolgen eigene Interessen.

Als Philipp unerwartet stirbt, wird Johannas tiefe Trauer gegen sie verwendet. Der Kanzler isoliert sie vom Volk und verbreitet das Gerücht, sie sei nicht mehr zurechnungsfähig. Johannas Sohn Karl lässt sich zum Regenten ausrufen und übernimmt die Krone. Zunehmend vereinsamt und psychisch zerrüttet, wird Johanna schließlich nach Tordesillas gebracht – in ein Gefängnis, aus dem sie nicht mehr zurückkehren wird. Selbst als der Kanzler ermordet wird, ändert sich nichts: Sein Nachfolger steht bereits bereit. In einer bitteren historischen Parabel zeigt Luc Vilsen, wie politische Macht von wirtschaftlichen Interessen gelenkt und eine unbequeme Frau systematisch ausgeschaltet wird.
3D 7H
2 Dek.
Schauspiel
UA: 06.11.1976, Nederlands Toneel Gent; Regie: Raf Reymen
Übersetzung aus dem Niederländischen:
Thomas Mally