Tom Paine

(Tom Paine)

Paul Foster

Ein Revolutionär zwischen Amerika und Europa – gefeiert, verfolgt und am Ende vergessen.
New York 1809: In einer heruntergekommenen Bärengrube haust der alte, verwahrloste Tom Paine. Eine Schauspieltruppe nimmt seine Lebensgeschichte zum Ausgangspunkt eines wilden historischen Spiels und springt zurück in die Vergangenheit. Paine verlässt England mit einem Empfehlungsschreiben Benjamin Franklins und reist nach Amerika, wo er zum glühenden Verfechter der Unabhängigkeit wird. Mit seinen Schriften kämpft er gegen Monarchie und gesellschaftliche Ungleichheit und wird zu einer der geistigen Stimmen der Amerikanischen Revolution. Doch Foster zeichnet keinen makellosen Helden: Paine ist radikal, widersprüchlich, streitlustig und selbst von Zweifeln darüber geplagt, ob er tatsächlich Revolutionär oder letztlich nur ein Heimatloser ist.

Nach der amerikanischen Revolution führt ihn sein Kampf nach Europa. In England legt er sich mit der bestehenden Ordnung an und schreibt „Die Menschenrechte“, seine Antwort auf Edmund Burke und Verteidigung der Französischen Revolution. Er flieht nach Frankreich, wird dort zunächst als Freiheitsheld gefeiert, gerät jedoch selbst in die Mühlen der Revolution. Während des Terrors landet er im Gefängnis des Palais Luxembourg und entgeht der Guillotine nur durch Zufall: Das Kreidezeichen an seiner Zellentür, das ihn für die Hinrichtung bestimmt, wird übersehen.

Foster erzählt Paines Leben dabei nicht als konventionelles Historiendrama, sondern als anarchisches Theaterereignis voller Improvisation, Musik, Groteske, Rollenwechsel und direkter Auseinandersetzung zwischen Schauspielern und Figuren. Immer wieder wird sogar Paines Motivation zur Diskussion gestellt. Aus dem gefeierten Revolutionär wird schließlich ein einsamer, verarmter und verfemter alter Mann. Gerade darin liegt die bittere Pointe: Der Mann, der für Freiheit, Gleichheit und Menschenrechte kämpfte, wird von den Gesellschaften, deren Veränderung er mit angestoßen hat, am Ende selbst zum Außenseiter.
Schauspiel
Übersetzung aus dem Englischen:
Heiner Bruns