Stundenhotelier

(Hodinový hoteliér)

Pavel Landovský

Vier Außenseiter treffen in einem Stundenhotel aufeinander und suchen zwischen Einsamkeit und Ernüchterung nach einem Sinn im Leben.
Hansl und Fana, zwei ältere Männer, leben gemeinsam in den Resten einer einst luxuriösen, inzwischen heruntergekommenen und aufgeteilten Wohnung. Hansl, gebildet und nachdenklich, arbeitet als Nachtwächter, während Fana sich mit seinen Tieren, kleinen Geschäften und allerlei Überlebenstricks über Wasser hält. Um etwas dazuzuverdienen, vermieten sie das Zimmer stundenweise an Liebespaare.

Zu ihren Stammgästen gehören Rischa und Susi. Rischa ist verheiratet, seine Beziehung zu Susi steckt jedoch längst in einer Krise. Was als heimliches Liebestreffen beginnt, entwickelt sich in dieser Nacht zu einer grotesken Begegnung zweier Generationen. Zwischen Alkohol, Streit und skurrilen Gesprächen über Liebe, Ehe, Krieg, Schuld und den Sinn des Lebens treten die Enttäuschungen und unerfüllten Sehnsüchte aller vier Figuren hervor. Susi erkennt schließlich, dass sie Rischa nicht mehr liebt und weigert sich, mit ihm zu gehen.

Nachdem Rischa gegangen ist, offenbart Hansl der vermeintlich schlafenden Susi eine Erinnerung an einen Augenblick vollkommenen Glücks, in dem er sich gewünscht hatte zu sterben. Doch Susi hat nur so getan, als schliefe sie. Als auch die alten Männer verschwunden sind, macht sie sich zum Gehen bereit, bezahlt Fana für das Zimmer – und lässt ihn mit der ernüchternden Erkenntnis zurück, dass er letztlich „nichts“ ist.
1D 3H
1 Dek.
Schauspiel
UA: 11.05.1969, Prag, Činoherní klub; Regie: Evald Schorm
Übersetzung aus dem Tschechischen:
Lucie Taubova