Das hohe Haus

Juliane Kay

Ein psychologisch düsteres Schauspiel über Mutterliebe, soziale Sehnsucht und die zerstörerische Kraft eines erträumten besseren Lebens.
Die junge Lehrerin Anni Tanner kommt in ein kleines Gebirgsdorf und sorgt mit ihrer unkonventionellen Art bald für Gesprächsstoff. Der wohlhabende Bürgermeister Alfons Herold, Besitzer des „hohen Hauses“, verliebt sich in sie und heiratet sie. Herold sehnt sich vor allem nach einem gesunden Erben, denn sein eigener Sohn ist schwer krank.

Doch Anni trägt ein Geheimnis mit sich: Sie hat selbst einen unehelichen Sohn, den sie bei Pflegeeltern verborgen hält. Als das Kind stirbt, zerbricht ihre Hoffnung auf ein gemeinsames Leben mit ihm. Zugleich kommen Diebstähle im Haus ans Licht, die Herold seiner Frau anlastet. Schließlich gesteht Anni, Geld und Wertgegenstände genommen zu haben – für ihr Kind. Und sie gesteht noch mehr: Herolds kranken Sohn hat sie zwar nicht getötet, ihm aber bewusst die lebensnotwendigen Medikamente vorenthalten. In ihrer verzweifelten Vorstellung sollte sein Tod ihrem eigenen Sohn den Platz im „hohen Haus“ ermöglichen.
8D 6H
3 Dek.
Schauspiel
UA: 1.12.1940, Staatliches Schauspielhaus Berlin; Regie: Lothar Müthel