Konfitüren

Juliane Kay

Ein Mann, zwei Frauen – und die verführerische Theorie, dass Liebe sich einfach teilen lässt.
Der Schriftsteller Philip Heidt kehrt von einer Reise mit einer jungen Geliebten zurück. Das Problem: Von seiner Frau Daisy, mit der er seit fünfzehn Jahren erfolgreich Theaterstücke schreibt, will er sich keineswegs trennen. Philip ist überzeugt, zwei Frauen gleichzeitig lieben zu können, und träumt von einer modernen „Ehe zu dritt“. Daisy schluckt ihre Eifersucht hinunter und spielt die verständnisvolle Ehefrau. Mehr noch: Sie bietet Philip und Xenia sogar den Gartentrakt ihres Hauses als Wohnung an.

Doch das vermeintlich harmonische Dreiecksverhältnis hält nicht lange. Xenia reagiert zunehmend eifersüchtig – insbesondere als Philip mit der attraktiven Schauspielerin Franziska Weltin an seinem neuen Stück arbeitet. Daisys demonstrative Großzügigkeit erweist sich dabei als wirkungsvoller als jeder offene Kampf: Was Philip als Beweis für die Möglichkeit einer Liebe zu zweit verstehen wollte, zerbricht an Eifersucht, Besitzansprüchen und ganz gewöhnlichen menschlichen Gefühlen. Schließlich erkennt auch Xenia, dass sie dieses Leben nicht will, und verlässt Philip.

Nun muss Philip allerdings feststellen, dass ihn Daisys scheinbare Gleichgültigkeit mindestens ebenso verletzt wie der Verlust seiner Geliebten. Erst als Daisy zugibt, dass ihre Großzügigkeit nur gespielt war und sie die ganze Zeit eifersüchtig gewesen ist, finden die beiden wieder zueinander. Tante Tilla bringt die Moral auf den Punkt: Wer sich zwei „Konfitüren“ gleichzeitig gönnen möchte, sollte damit rechnen, dass sich auch seine Frau nach einer zweiten „Confiserie“ umsieht.