Eine Zugfahrt wird zur schonungslosen Selbstentlarvung.
In einem österreichischen Pendlerzug trifft der angeheiterte Alois auf einen jungen, schweigsamen Fremden. Dessen Aussehen und vermeintlich mangelnde Deutschkenntnisse genügen Alois, ihn zum Gastarbeiter zu erklären. Ohne eine Antwort abzuwarten, redet er auf ihn ein – zunächst über Arbeit, Krankheit und Alltagsärger, bald aber immer unverhohlener über Ausländer, Politik und seine Sehnsucht nach der vermeintlich guten alten Ordnung.
Im Laufe des Monologs offenbart Alois immer mehr von sich selbst. Während der NS-Zeit war er zunächst Soldat und später Wachmann im Konzentrationslager Mauthausen. Verantwortung weist er von sich; zugleich verklärt er die Vergangenheit und beklagt den Verlust von Autorität und Gehorsam. Seine fremdenfeindlichen und antisemitischen Ressentiments stehen dabei neben sentimentalen Erinnerungen an seine verstorbenen Frauen, der Sorge um die moderne Welt und dem Konflikt mit seinem eigenen Sohn.
Als der Fremde schließlich über eine Geschichte von Alois lacht, schlägt dessen scheinbare Vertraulichkeit wieder in Aggression um. Alois beschimpft und bedroht ihn. Beim Aussteigen hebt der Fremde jedoch das zerknüllte Foto von Alois’ Sohn auf, säubert es und legt es dem gebrochenen alten Mann in die Hände. Alois bleibt allein zurück.