Aphrodite 2 in Burg Frankenstein

Cornelius Schnauber

Ein Wissenschaftler erschafft seine Traumfrau – und wird von ihr des Mordes verdächtigt.
Ist der Mensch programmierbar? Und ist ein Homunculus nach Maß überhaupt wünschenswert? Aphrodite 2, die perfekte Dame aus der Retorte, schlägt ihren Schöpfern ein Schnippchen: sie entwickelt ihr eigenes Ego und damit ungeahnte Stärken. Aller Programmierungstechnik zum Trotz fordert sie Gefühle ein.

Der Kernphysiker und Autor Emanuel Gipfel hat von seinen drei gescheiterten Ehen genug und wünscht sich die perfekte Partnerin. Sein Freund, der Roboterexperte Waldemar Hummer, erfüllt ihm diesen Traum und erschafft „Aphrodite 2“ alias Gloria: eine künstliche Frau aus Fleisch und Blut, attraktiv, intelligent, leidenschaftlich und ganz nach Gipfels Vorstellungen programmiert.

Doch Hummer hat Aphrodite zusätzlich Kenntnisse in Psychologie und Jura sowie ein besonderes Hobby mitgegeben: Sie ist Detektivin. Bald beginnt sie, die rätselhaften Todesfälle von Gipfels drei früheren Ehefrauen zu untersuchen und ihn in einem spielerischen Gerichtsverfahren des dreifachen Mordes anzuklagen. Dabei übernimmt sie abwechselnd Anklage und Verteidigung und zwingt Gipfel, sich mit seiner Vergangenheit und seiner eigenen Schuld auseinanderzusetzen.

Je menschlicher Aphrodite wird, desto weniger entspricht sie allerdings der gehorsamen Traumfrau, die Gipfel bestellt hat: Sie entwickelt einen eigenen Willen und echte Gefühle. Schließlich erkennt sie die Grenzen ihrer künstlichen Existenz und zerstört selbst ihre Lebensbatterie. Gipfel bleibt mit der Erkenntnis zurück, dass sich menschliches Leben und Liebe nicht nach Wunsch konstruieren lassen.