Aktion Hundegesicht

Ein Zeitstück in acht Bildern

Raoul Martinée

Revolutionäre Helden, fromme Nonnen und eine Kaserne außer Rand und Band: ein turbulentes Spiel um politische Überzeugungen, erfundene Heldengeschichten und die erstaunliche Dehnbarkeit der Wahrheit.
In einer sowjetischen Garnisonsstadt gerät Major Langen, ein überzeugter Kommunist und Veteran der Revolution, zunehmend unter Druck. Während er seinen Soldaten Disziplin und revolutionäre Gesinnung predigt, treiben diese lieber Schwarzhandel, interessieren sich für Frauen und versuchen, sich mit kleinen Tricks durchs Leben zu schlagen. Auch die resolute Oberin des örtlichen Klosters, mit der Langen ständig aneinandergerät, lässt sich von seiner Autorität wenig beeindrucken.

Zum Problem wird vor allem Langens Vergangenheit. Er erzählt stolz, wie er während der Revolution gegen die „Weißen“ gekämpft und sich als Held bewährt habe. Doch nach und nach tauchen Menschen und Erinnerungen auf, die seine Version der Geschichte ins Wanken bringen. Ausgerechnet der Mann, der als vorbildlicher Revolutionär und unerschütterlicher Kommunist gelten möchte, muss fürchten, dass seine tatsächliche Rolle während der Revolution bekannt wird.

Als Pastor Langen und weitere Personen aus seiner Vergangenheit erscheinen, werden die Widersprüche immer offensichtlicher. Zugleich droht eine Untersuchung durch die Partei. Major Langen versucht verzweifelt, seine Stellung und seinen Ruf zu retten, während um ihn herum jeder seine eigenen Interessen verfolgt und die Wahrheit nach Bedarf zurechtbiegt. Schließlich gelingt es, die gefährlichen Enthüllungen unter den Teppich zu kehren. Die politische Ordnung bleibt äußerlich gewahrt – obwohl sich gezeigt hat, dass hinter revolutionären Heldengeschichten, ideologischen Bekenntnissen und militärischer Autorität vor allem sehr menschliche Schwächen stecken.