Angst in allen Gassen

Theo Frisch-Gerlach

Ein Vulkan steht vor dem Ausbruch, das letzte Flugzeug wartet – und im Angesicht des Todes zeigt sich, wer mutig ist, wer nur so tut.
Eine Pazifikinsel steht unmittelbar vor einer Katastrophe: Ein Vulkan droht auszubrechen, die amerikanische Verwaltung und das Militär haben die Insel weitgehend evakuiert. Einige Menschen müssen oder wollen jedoch zurückbleiben. Während das letzte Flugzeug zur Abreise bereitsteht, zeigt sich, wie unterschiedlich sie mit ihrer Todesangst umgehen. Der junge Arzt Francis Payne will um jeden Preis leben, wird aber aufgrund eines angeblichen Militärgesetzes zum Bleiben gezwungen. Regierungsbeamter Field wiederum bleibt aus Karriereehrgeiz und gibt sich demonstrativ furchtlos. Andere flüchten sich in Alkohol, Religion, Liebe oder Zynismus.

Je näher die Katastrophe rückt, desto stärker bröckeln die Fassaden. Es stellt sich heraus, dass Francis aufgrund einer Intrige festgehalten wurde und das angeblich bindende Gesetz bei höherer Gewalt gar nicht gilt. Korruption, Egoismus, Eifersucht und Feigheit treten offen zutage. Frisch-Gerlach stellt dabei nicht die Furcht selbst an den Pranger: Angst vor dem Tod erscheint als zutiefst menschlich; problematisch werden vielmehr die Lügen und moralischen Kompromisse, mit denen die Figuren ihre Angst verbergen. Am Ende bleibt der Journalist Gilbert zurück und geht nach der Katastrophe wieder hinaus „in die Sonne, ins Leben“.