Die lange Nacht der Spekulanten

Herwig Kaiser

Ein Kleinanleger gegen ein System aus Macht und Spekulation.
Lehrer Wilhelm Note hat sich verspekuliert – und zwar gründlich. Drei Millionen Schilling, finanziert aus Erbe, Ersparnissen und Krediten, hat er in ein vermeintlich todsicheres Immobiliengeschäft gesteckt. Nun ist die Immobilientreuhand am Ende und Note praktisch bankrott. Während seine Familie versucht, die Katastrophe zu begreifen, will Note sein Geld zurück und macht sich auf die Suche nach den Verantwortlichen.

Im Haus des Aufsichtsratsvorsitzenden Fritz Prinz trifft er auf eine illustre Runde aus Wirtschaft, Banken und Politik, die längst weniger damit beschäftigt ist, die geschädigten Anleger zu retten, als die eigene Haut. Verschachtelte Firmenkonstruktionen, öffentliche Fördergelder, dubiose Geschäfte und gegenseitige Abhängigkeiten haben ein System geschaffen, in dem Verantwortung immer weitergereicht wird.

Der harmlose Kleinanleger Note gerät mitten in dieses Geflecht und wird im Laufe einer turbulenten Nacht vom Opfer zum unbequemen Störfaktor. Am Ende fordert er nur noch eines: Gerechtigkeit. Doch auch dafür hält das System bereits eine Lösung bereit. Eine bitterböse Farce über Spekulation, Gier und die erstaunliche Überlebensfähigkeit der Verantwortlichen.
4D 8H
Schauspiel
UA: 21.01.1993, Landestheater Salzburg, Regie: Edwina Noäl