Ruut

Kirchenoper für Kammerensemble

Elisabeth Vera Rathenböck / Florian Maierl

„Ruut oder des Lebens Liebestraum“ geht auf das Buch „Rut“ im Alten Testament zurück. In der novellenartigen Erzählung, die im Titel den Namen der Hauptfigur trägt, wird von der Beziehung zweier Frauen – Noomi und Rut – erzählt. Nach dem Tod ihrer Männer kehrt Noomi in ihre Heimat zurück, ihre Schwiegertochter Rut folgt ihr, obwohl sie dort eine Fremde sein wird. Doch Boas entdeckt seine Liebe zu ihr und heiratet sie. Sie wird als Ahnfrau Davids gesehen.

Die Nacht bringt den Tod des Ehemannes von Noomi und des Verlobten von Ruut. Sie wollen Kabul verlassen. Der „Westen“ ist für sie das verheißungsvolle Ziel. Doch nicht nur der Traum vom Westen verbindet die beiden, sondern auch der Traum von der Freiheit, als Frau ohne Bevormundung leben zu können.
Noomi fordert Ruut auf, Schreiben und Lesen zu lernen. Ruut findet durch dieses „zur Sprache kommen“ zu einem neuen Selbstverständnis als Frau. Die Flucht in den Westen ist für Ruut mit einer Gewalterfahrung verbunden. Im Westen bindet sie sich daher zunächst an Noomi, bis sie den älteren Mann Boas kennenlernt. Während Ruut von anderen als „Fremde“ abgestempelt wird, respektiert Boas Ruut. Er setzt sich über die Grenzen verschiedener Glaubensrichtungen hinweg. Seine Haltung, den Menschen zu sehen, legt den Grundstein für wahre Menschenliebe.
3D 1H
Besetzung Gesang:
2 D (Sopran, Mezzosopran)
Knabenchor

Besetzung Tanz:
1 D/1 H
Oper
UA: 05.11. 2010 in der Kirche St. Ursula in Wien, im Rahmen der 100-Jahr-Feierlichkeiten des Instituts f