Ein Mann redet gegen das Schweigen seines Geliebten an – und gegen die Erkenntnis, dass ihre gemeinsame Geschichte zu Ende ist.
Ein Mann kommt nach der Arbeit nach Hause zu seinem Lebensgefährten Paul. Er erzählt von seinem Tag, vom kaputten Lift, vom Essen, von einem eingelaufenen Pullover und von seiner Arbeit in einem zunehmend entmenschlichten Betrieb, in dem Menschen nur noch als Nummern geführt und „freigesetzt“ werden. Gleichzeitig bemühen sich die beiden Männer nach zehn Jahren Beziehung um einen Neuanfang: Gewohnheiten sollen verschwinden, aus der zur Routine gewordenen Partnerschaft soll wieder Liebe werden. Doch hinter den alltäglichen Gesprächen wachsen Eifersucht und Misstrauen. Paul unternimmt immer häufiger lange Spaziergänge, und sein Partner fürchtet, dass er einen anderen Mann trifft.

Im Monolog entfaltet sich nach und nach die Geschichte ihrer Beziehung: die erste Begegnung, die gemeinsame Sexualität, gesellschaftliche Anfeindungen und homophobe Beschimpfungen, aber auch eine frühere Affäre Pauls, Trennung und Versöhnung. Paul ist Schriftsteller, schreibt gegen Krieg und Gewalt und verzweifelt zugleich an der Wirkungslosigkeit seiner Worte. Während der Sprecher zwischen Liebe, Wut, Zärtlichkeit und Eifersucht schwankt, wird immer deutlicher, dass Paul ihm nicht antwortet.

Erst am Ende offenbart sich die tatsächliche Situation: Paul ist tot. Das schwarze Kleid, das Paul seinem Partner einst geschenkt hatte und das dieser zunächst nicht tragen wollte, zieht er nun an – zu Pauls Begräbnis. Seine Eifersucht auf den vermeintlichen anderen Mann erhält dabei eine erschütternde Wendung: Er gesteht, er sei „zu feige“ gewesen, „ihn“ zu töten. Mit den Worten „du bist ich“ verschwimmen schließlich die Grenzen zwischen Paul und dem Zurückbleibenden. Er geht im schwarzen Kleid nicht nur zu Pauls, sondern, wie er sagt, zu seinem eigenen Begräbnis.